Dem Sommer, dem See und der Neueröffnung des Strandhotels sei es geschuldet, dass unser Bericht aus dem Gemeinderat zum ersten Mal seit 20 Jahren erst mit einer einwöchigen Verspätung erscheint. Sei’s drum, da keine Presse anwesend war, haben Sie die Informationen trotzdem hier exklusiv.

Verzögerte die Gemeinderatsberichterstattung: Der See im Sommer
Zunächst stellte der Bürgermeister Frau Clara Stoll vor, die neue Klimaschutzmanagerin der Gemeinde. Sie saß zur Rechten des Bürgermeisters, der sichtlich froh war eine neue Kraft an seiner Seite zu haben, deren Posten noch vom alten Gemeinderat ausgeschrieben worden war. Im neuen Rat hätte ihre Stelle womöglich auf der Kippe gestanden. Dies jedenfalls lässt eine absurde Abstimmung vermuten, die auf der kurzen Tagesordnung stand. Zur Erinnerung: Bei der letzten Bürgerversammlung hatte Frau Polewsky aus Allmannshausen den Antrag gestellt, die Gemeinde möge, um das in der Wärmeleitplanung gesetzte Ziel, 90% der Energie aus Wärmepumpen zu gewinnen, Informationsveranstaltungen anbieten.

Susanne Polewsky auf der Bürgerversammlung vom 23.4.
Sie stellte damals den Antrag, dass der Gemeinderat proaktiv und zeitnah darüber informieren solle, wie sinnvoll diese Wärmetechnik ist. (https://quh-berg.de/frage-von-susanne-polewsky-aus-allmannshausenfrage-von-susanne-polewski-allmannshausen/:. Eine große Mehrheit der anwesenden Bürger*innen stimmte diesem Antrag zu, weshalb er im Gemeinderat behandelt werden musste, obwohl der Bürgermeister versichert hatte, dass die Gemeinde dies “eh mache”. Also erläuterte Frau Stoll, die neue neue Umweltmanagerin, dass eine “eigene Aufrüstung der Wärmeplanung” notwendig sei und man dazu Informationsveranstaltungen mit “Klima hoch 3”, einer Agentur des Landkreises, kostenfrei anbieten könne.
Gegenüber diesem Anliegen gab es ebenso erstaunlichen wie energischen Widerspruch aus der CSU: So etwas sei “keine Aufgabe der Gemeinde.” Auch die SPD, die selbst Veranstaltungen zu diesem Thema anbietet, verkündete: “Es reicht, auf die Webseite Links zu stellen.” Die BG verwies auf die “sechs Heizungsbauer”, die es in der Gemeinde gebe. Die QUH getraute sich, anderer Meinung zu sein, da “… noch 85% mit fossilen Energien heizen“. Die Grünen gaben zu bedenken, dass der “Antrag großen Anklang gefunden” habe, “Wir´verstehen nicht, was dagegen spricht.” – Der Bürgermeister verwies auf die Temperaturrekorde und dass man – siehe Rathaus – mit einer Wärmepumpe auch stromsparend kühlen könne. … Alles umsonst: Die neue konservative Gestaltungsmehrheit lehnte den Antrag der Bürgerschaft, der niemanden einen Cent gekostet hätte, mit unglaublichen 6:14 Stimmen ab. Nur Grüne, FDP & QUH waren dafür.
Außer 2 Bauanträgen (einer genehmigt, einer am Primelweg über 3 Doppelhäuser abgelehnt) gab es – typisch für eine kurze Tagesordnung – viele Anfragen aus dem Gemeinderat:
GR Schuster (CSU) fragt nach der Wirtschaft in Farchach. Antwort: Die Verwaltung weiß nichts vom Fortschritt des Planers. Der Pächter ist ebensowenig informiert oder wollte keine noch Auskunft geben. Ein Treffen im Rathaus mit ihm ist für nächste Woche geplant. Die Gemeinde versucht zu beschleunigen.
Wieso geht in Farchach – trotz neuem Pächter – sichtbar nichts voran?
Ein anderes Dauerthema: GR Sewald (EUW) fragte nach dem Stand der Planungen für die Staatsstraße nach Münsing. Zumindest wurden für die artenschutzrechtliche Prüfung gerade Tierfallen aufgestellt (das allein dauert wohl noch 2 Jahre). Ansonsten gesteht der BGM: “Das Bauamt spricht nicht mit uns” und wird dann richtig und mit Recht zornig: “Was da mit uns passiert, finde ich unmöglich.” Seit November sei das Planfeststellungsverfahren (sprich die Baugenehmigung) für die Straße versprochen, aber seitdem sei wieder nichts geschehen.
GR Machnik (Grüne) bemängelte den gefährlichen Zustand des Kiesweges zwischen Biberkor und Bachhausen, Ihr antwortete GR Brandl (CSU): Für Ausbesserungen sei derzeit die Witterung ist zu trocken.
GR Demmler (CSU) beanstandete die langsame Bearbeitung der Genehmigung von Festen der Burschenschaften, Dies sei dem Krankenstand geschuldet und Besserung in Sicht.
GR Ammer (QUH) bat, dem Hotel Schloss Berg bei der Genehmigung des Bierverkaufs in seinem Getränkeautomaten (Alterskontrolle ist verhoanden) zu helfen. Diese Anfrage wurde ans Landratsamt bzw in die Bürgersprechstunde verwiesen.
Schließlich fragte GR Streitberger (SPD) nach der Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses zur Zwischennutzung des alten Rathauses. Antwort des Bürgermeisters: Im neuen BERG WERK laufe bisher “alles vorbildlich”. Es soll eine GbR gegründet werden, die für die Verwaltung der Immobilie verantwortlich sein wird. Mittlerweile sind Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, ein Repair-Cafe, Veranstaltungen des Helferkreises, Proberäume für Bands und eine Mutter-Kind Gruppe in Planung.

Blick in die aktiuelle Ausstelliung “Passbilder” von Quirin Leppert im BERG WERK
Zum nächsten Mal ist das BERG WERK aum 22.7. geöffnet, wenn die Oskar Maria Graf Buchhandlung, der Kulturverein und die Gemeinde Berg im alten Rathaus mit Sepp Bierbichler, Michel Krüger und Josef Brustmann den 132. Geburtstag von Oskar Maria Graf feiern werden. Die Veranstaltung ist bis auf Restkarten an der Abendkasse bereits ausverkauft. Die Ausstellung von Quirin Leppert kann ohne Eintritt besichtigt werden.






